22.01.2026

Glamour mit Gewissen

Roter Teppich von Object Carpet auf der Berlinale. Foto: Alexander Janetzko

Berlinale 2026: Ein Roter Teppich als Umweltbotschafter – Wie schon in den Jahren zuvor kommen auf der 76. Berlinale kreislauffähige Teppichlösungen von Object Carpet zum Einsatz.

Moderne Teppichlösungen verbinden heute Ästhetik und Verantwortung – vorausgesetzt, sie sind von Grund auf ökologisch oder idealerweise kreislauffähig konzipiert. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür liefert der Rote Teppich des weltberühmten Filmfestivals Berlinale. Sein sortenreiner Aufbau, die hohe Recyclingfähigkeit und ein innovatives technologisches Verfahren machen ihn zum glamourösen Botschafter für echte Nachhaltigkeit.

Umweltprobleme im Bodenbelagssektor

Teppichböden gehören zu den am häufigsten eingesetzten Bodenbelägen im Objekt- und Eventbereich. Das liegt an ihrer gestalterischen Flexibilität, ihrer Akustikwirkung und der angenehmen Haptik. Sie finden deshalb gern in Büros und Hotels Verwendung, in öffentlichen Gebäuden und bei Großveranstaltungen aller Art. Obwohl meist in großen Flächen verlegt, währt ihr Lebenszyklus dabei verhältnismäßig kurz – eine Eigenschaft, die sie mit zahlreichen anderen Bodenlösungen teilen. Grund dafür sind regelmäßige Umbauten und Renovierungsarbeiten. Bei temporären Anlässen wie Messen oder Festivals beschränkt sich ihr Einsatz mitunter sogar auf nur wenige Tage.

Diese begrenzte Nutzungsdauer bringt ökologische Herausforderungen mit sich. Wie viele moderne Bodenbeläge bestehen auch konventionelle Teppichböden aus komplexen Materialverbünden: Sie umfassen Garne, Latex, Kleber und zahlreiche Füllstoffe, häufig in Kombinationen aus zehn bis 20 verschiedenen Materialien. Ist die Lebensspanne eines Teppichs abgelaufen, lässt sich dieser Stoffmix kaum oder nur mit hohem technischem Aufwand wieder trennen – was eine Wiederverwertung stark erschwert oder wirtschaftlich unrentabel macht. In der Praxis führt das dazu, dass ausrangierte Teppichböden unter den gegenwärtigen Entsorgungsstrukturen häufig als Sondermüll behandelt werden. Als solcher werden sie überwiegend verbrannt oder deponiert. Bei diesem Prozess gehen wertvolle Rohstoffe verloren, das Müllaufkommen ist enorm, die CO₂-Belastung immens. Hinzu kommt, dass viele Teppichböden – ähnlich wie andere Baustoffe im Objektbereich – mit Chemikalien gegen Schmutz oder Feuer behandelt sind, was beim Entsorgen zusätzliche Emissionen verursacht. Auf diese Weise zeigt sich ein strukturelles Nachhaltigkeitsproblem, das den gesamten Bodenbelagssektor betrifft.

Berlinale-Teppich als Nachhaltigkeitsbotschafter

Wie sich diesen Herausforderungen begegnen lässt, demonstriert ein prominentes Beispiel – nämlich Deutschlands wichtigstes Filmfestival. Wenn sich vom 12. bis 22. Februar 2026 die internationale Filmszene auf der 76. Berlinale einfindet, rückt traditionell der Rote Teppich ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Der stammt wie schon in den Jahren zuvor vom renommierten Hersteller Object Carpet. Das Unternehmen aus Denkendorf bei Stuttgart hat sich der Entwicklung recycelbarer Teppichlösungen verschrieben, die eine Rückführung sämtlicher Komponenten in den Materialkreislauf ermöglichen. Ziel ist, keine Produkte mehr zu fertigen, die nach ihrer Nutzung zu Abfall werden.

Seine außerordentliche Umweltbilanz verdankt der Berlinale-Teppich einem neuartigen, wegweisenden Herstellungsverfahren: Die sogenannte "Duo"-Technologie erlaubt es, Teppiche zu fertigen, die gänzlich ohne Füllstoffe hergestellt werden. Stattdessen bestehen sie lediglich aus Polyester und Polyamid. Verbunden sind beide Materialien durch einen innovativen Kleber, der sich beim späteren Recyclingprozess durch bloße Hitzeeinwirkung lösen lässt. So können sie nach jedem Nutzungszyklus einfach getrennt und mehrmals hochwertig recycelt werden. Als zentraler Baustein des Berlinale-Teppichs erweist sich zudem der Einsatz von "Econyl"-Garn: Es stammt von Aquafil, einem in Italien ansässigen Experten für Synthetikfasern und wird aus Abfällen wie ausgedienten Fischernetzen und Industrieabfällen gewonnen. Wegen seines reduzierten Gewichts verursacht der Teppich weniger CO² beim Transport und ist darüber hinaus unkompliziert verlegbar.

Aufforderung an die Bodenbelags- und Eventbranche

Object Carpet-Geschäftsführer Daniel Butz sieht im prominenten Teppich auch eine öffentlichkeitswirksame Aufforderung an die eigene Branche: "Der Berlinale-Teppich veranschaulicht, dass selbst temporär verwendete und intensiv genutzte Teppichlösungen durch gezielte Materialwahl und hochwertige Recycelbarkeit zum Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit werden können." Auch die Intendantin der Berlinale Tricia Tuttle zeigt sich über ihren "grünen" Roten Teppich sehr erfreut: "Der Rote Teppich steht für die einmalige Magie des Kinos und schafft eine wunderbare Nähe zwischen Stars und Publikum", so Tuttle. "Umso schöner ist für uns, dass dieses ikonische Symbol auch zum nachhaltigen Wandel in der Teppichindustrie anregen kann."

Kreislauffähige Teppichlösungen bei der Berlinale

  • "Duo"-Technologie: Teppiche bestehen nur aus Polyester und Polyamid, verbunden durch einen Polyester-Kleber, der sich beim Recycling durch Hitze löst. Keine Füllstoffe, keine Mischmaterialien. Der Beschichtungsprozess benötigt bis zu 95 % weniger Energie als konventionelle Teppichbeschichtungsverfahren und kommt vollständig ohne Wasser aus. Durch die "Duo"-Technologie werden bis zu 40 % Material eingespart.
  • Nahezu unendliche Wiederverwertbarkeit: Nach jedem Nutzungszyklus lassen sich die Teppiche vollständig trennen und anschließend wiederverwerten.
  • Robust und praktikabel: Bis zu 100.000 Besucherinnen und Besucher flanieren über den Teppich, selbst bei wechselnden Wetterbedingungen.
  • Leicht und effizient: Einfaches Verlegen und Sammeln von Restmaterialien, die erneut recycelt werden.
Foto: Sandra Weller
Foto: Jan Windszus
Foto: Jan Windszus

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