09.07.2018

Faszinierendes Sitzobjekt

Fotos: Wilkhahn

Wilkhahn präsentiert limitierte Edition des "PrintStool One", der dynamischen Sitzhocker aus dem 3D-Drucker.

Der 3D-Druck gilt im Zusammenhang mit der digitalen Revolution der "Industrie 4.0" als eine Schlüsseltechnologie. Mit dem "PrintStool One" (Design: Thorsten Franck) lotet Wilkhahn die neuen Möglichkeiten dieses zukunftsweisenden Herstellungsverfahrens aus: von den Gestaltungsoptionen über die gesamten Geschäftsprozesse hinweg bis zum Material. Dabei geht es nicht um Selbstzweck, sondern um ein gleichzeitig faszinierendes wie nützliches Sitzobjekt, das zur Bewegung animiert.

Das Augenfälligste an den sympathischen Hinguckern sind die unterschiedlichen Strukturen der Oberflächen des Sitzkörpers, der als einschaliger Hyperboloid ausgebildet ist. Sie wirken einerseits durch die feine Linierung fast textil, sind aber andererseits so filigran, komplex und präzise geformt, dass sie an High-Tech-Gussverfahren denken lassen – wobei dann freilich für jede einzelne Struktur und Größe eine entsprechende Form mit der entsprechenden Investition benötigt würde. Die neue Ästhetik basiert auf der Herstellungstechnik, bei der Schicht um Schicht aufgetragen wird. Die symmetrische Grundform des Hyperboloid, die oben mit dem runden Sitz und unten mit der runden Sohle geschlossen wird, gewinnt damit eine faszinierende, zukunftsweisende Anmutung, die zum Berühren ebenso einlädt wie zum Ausprobieren.

Die komplexen dreidimensionalen Strukturen dienen jedoch nicht nur einer attraktiven, neuartigen Optik. Sie sorgen als ausgeklügelte, statische Wandung dafür, dass die Schichten im Druckverfahren extrem materialsparend ausgelegt sein können. Der Korpus selbst wiegt je nach Höhe und Struktur nur zwischen 900 und 1200 g. Das Gesamtgewicht von 4,6 bzw. 5,2 kg wird durch die Sohle aus rutschfestem Semperit und den gepolsterten, mit handschuhweichem Leder bezogenen Sitz eingebracht. Durch die Verspannung von Sitz und Sohle trägt der "PrintStool One" Personengewichte von bis zu 100 kg.

Als Basismaterial des "PrintStool One" verwendet Wilkhahn Lignin, einen Werkstoff, der als natürliches Polymer in Pflanzen für die "Verholzung" – also für das feste Füllmaterial – verantwortlich ist. Mit einem Anteil von 20-30% an der Trockenmasse verholzter Pflanzen zählt Lignin neben Cellulose und Chitin zu den häufigsten organischen Verbindungen auf der Erde. Dieser natürliche, nachwachsende Rohstoff ist nahezu unbegrenzt verfügbar. Entsprechend verbindet der 3D-Druck mit Lignin wegweisende Technologie mit konkretem Umweltschutz, denn der gedruckte Sitzmöbelkorpus ist am Ende des Lebenszyklus' auf natürliche Weise abbaubar.

Für die Produktion der auf 500 Exemplare limitierten Edition des "PrintStools One" stehen fünf verschiedene Strukturen zur Verfügung (Origami, Würfel, Welle, Sinus, Pyramide), die in sechs Farben (schwarz, weiß, rot, blau, anthrazit, natur) mit drei unterschiedlichen Lederbezugsfarben (hellbraun, mittelbraun, schwarz) und in zwei Höhen (53cm/57 cm) produziert werden. Jedes Modell wird mit einem nummerierten Zertifikat ausgeliefert. Wilkhahn bietet den "PrintStool One" als Sammlerstück außerhalb seines regulären Programms über die weltweite Wilkhahn-Vertriebsorganisation für 749 EUR inkl. Versandkosten zuzüglich gesetzlicher MwSt. an.

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