21.12.2020

Revitalisierung im Retail

Auch wenn 2020 coronabedingt kein gutes Jahr für Erlebnis-Shopping war, setzt sich der Trend im Ladendesign, emotionale und soziale Erlebnisse zu gestalten, unverändert fort. Denn Menschen wollen sich treffen und austauschen, an Veranstaltungen teilnehmen, sich unterhalten und vom Alltag abgelenkt werden. Deshalb gilt es im stationären Handel mehr denn je, Anlässe für den Besuch vor Ort zu schaffen und die Kunden von zuhause abzuholen – mit dem Store als Ort der sozialen Begegnung, sobald dies wieder uneingeschränkt möglich ist.

Im gerade erschienenen Whitepaper "Handel auf Abstand" des EHI heißt es dazu: "Flexible Konzepte, die Arbeiten, Einkaufen und Wohnen verknüpfen, werden weiter an Bedeutung gewinnen. Soweit möglich, müssen Flächenplanung und Einrichtung noch flexibler werden, um zwischen verschiedenen Warensegmenten und Branchen wechseln zu können. Anstatt künftig primär zum Verwalter des eigenen Bestands zu werden, bietet dies neue Chancen und Herausforderungen für die Konzeptarbeit der Ladenplanungsabteilungen in den Handelsunternehmen."

Das Whitepaper finden Sie hier

Eine wichtiger Aspekt dabei ist die Aufenthaltsqualität. So verzeichnete der Lebensmitteleinzelhandel insgesamt zwar eine geringere Frequenz, beobachtete aber eine längere Verweildauer im Markt und deutlich höhere Durchschnittbons. Frischetheken, integrierte Foodcourts und weitere gastronomische Angebote entwickeln sich dabei zu beliebten Treffpunkten - wenn auch momentan nur als To-go-Angebot.

Im Premiumretail übersetzen die Ladendesigner Aufenthaltsqualität mit Zeitlosigkeit. Dazu zählen ein großzügiges, beinah verschwenderisches Flächenmanagement, einladende Lounge-Zonen und eine wertige Produktpräsentation, dier der Inszenierung von Kunstobjekten in nichts nachsteht.

Art Priming

Produkte wie Kunstwerke zu inszenieren, ist im Premiumsegment des Handels längst Konvention. „Art Priming" nennt man das Konzept, dem Besucher den Rahmen für das Bild, das er sich von der Ware macht, in deren Präsentation mit vorzugeben: durch subtil gesetzte Codes aus Architektur, Kunst- und Kulturgeschichte. Die Botschaft: Was du hier siehst, ist einzigartig, der Alltagssphäre enthoben, rar und teuer. Ganze Showroom-Konzepte beruhen darauf. Ein Beispiel ist der Marsotto Showroom in Mailand. Das Konzept stammt von Nendo Architekten aus Japan.

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Modular und flexibel

 

Schnelle, unkomplizierte Lösung: Der Showroom der belgischen Textilmarke GAP besteht aus fix und fertig ausgekleideten CLT-Containern von Ark Shelter. Entstanden ist ein weitläufiger, offener Raum mit viel Tageslichteinfall auf 200 Quadratmetern und zwei Etagen.

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Urbaner Lifestyle

Business meets Lifestyle: Der Flughafen Zürich versteht sich als Drehscheibe für Begegnungen. Mehr als 150.000 Passagiere, Pendler, Besucher und Mitarbeiter gehen hier laut Betreiber täglich ein und aus. Die hohe Frequenz war eins der Hauptargumente für die Umsetzung des neuen Business- und Retailkonzepts "The Circle", das im November eröffnet wurde.

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Inspirationsmeile

Das ehemalige Hertie-Kaufhaus in der Herner Innenstadt wirkte selbst im Leerstand noch stadtbildprägend. Das Gebäude von 1961 ist ein Spiegel der Wirtschaftswunderzeit und steht unter Denkmalschutz. Claudia Roggenkämper, Partnerin des Düsseldorfer Büros HPP Architekten, hat es behutsam revitalisiert und zur Mixed-Use-Immobilie umstrukturiert. Im Gespräch mit Interior|Fashion gibt sie Einblick in den Zeitstil der 50er- und 60er Jahre, der auch im Ladendesign wieder Einzug hält.

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Licht unterstützt das Storytelling

Filialen im Einheitslook waren gestern: Im Supermarkt der Zukunft zählt das individuelle Einkaufserlebnis. Schon heute wendet die ukrainische Supermarkt-Kette Silpo diese Strategie mit viel Erfolg an. Jeder neue Markt wird komplett nach einem individuellen Leitmotiv gestaltet, von Architektur und Dekoration bis zur ausgefeilten Beleuchtung.

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