02.03.2021

Nachhaltig muss nicht nachhaltig aussehen

Mit seinen 5.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist das neue Outlet nicht nur das größte des Konzerns Hugo Boss in Deutschland, sondern weltweit. | Fotos: Joachim Grothus

Bei einer DGNB-Zertifizierung den Standard „Platin" zu erhalten, ist selten, vor allem vermutet man diese ökologische Qualität nicht unbedingt in einem Retail-Outlet. Das Hugo-Boss-Outlet in Metzingen ist mit einem Erfüllungsgrad von 90% Platin-zertifiziert, das Kriterium der ökologischen Qualität wurde sogar zu 98,5% erreicht. Der besondere Coup: Das gesamte Gebäude umschließt ein Ringlager, über das die Mitarbeiter von jedem der Brand Spaces aus auf kurzen Wegen Ware nachbestücken können.

Wo früher die Hallen der Weberei und Zirnerei auf dem Gaenslen & Völter Areal angesiedelt waren, erstreckt sich nun das Gebäude von Hugo Boss, das nach dem DGNB-System mit Platin zertifiziert wurde. Grundlage der Zertifizierung nach DGNB-Standard sind die Kriterien ökologische Qualität, ökonomische Qualität, soziokulturelle und funktionale Qualität, technische Qualität, Prozessqualität sowie Standortqualität. Sowohl Architektur als auch Innenarchitektur stammen von Blocher Partners aus Stuttgart. 

Mit seinen 5.000 Quadratmetern Verkaufsfläche ist das neue Outlet nicht nur das größte des Konzerns in Deutschland, sondern weltweit. Allein die Fassade ist Blickfang und Anziehungspunkt für die Besucher: Den historischen Bezug zu ihrem städtebaulichen Kontext aufnehmend, umgarnt die dunkle Fassade des Obergeschosses das Gebäude und umhüllt es sanft. Gleich einer Stoffbahn verbindet es die ehemalige Stofffabrik mit der Modewelt, die Produktqualität mit dem Brand-Lifestyle, die Fassade mit dem Interieur des Stores. Gleichzeitig bricht die unterschiedlich gekantete Blechfassade durch ihre vertikale Ausrichtung die extreme Horizontalität des Gebäudes. Die weiche Form der umgebenden Landschaft wird als Element der Gegenläufigkeit in die Architektur aufgenommen und akzentuiert den Gebäudering. Durch sanfte Amplituden wird die Sichtbetonfassade im Erdgeschoss so mittels Schaufenster, Medienwände, Ein- und Ausgang sowie dem Bistro mit Terrasse unterbrochen.

Gleichzeitig bricht die unterschiedlich gekantete Blechfassade durch ihre vertikale Ausrichtung die extreme Horizontalität des Gebäudes. Die weiche Form der umgebenden Landschaft wird als Element der Gegenläufigkeit in die Architektur aufgenommen und akzentuiert den Gebäudering. Durch sanfte Amplituden wird die Sichtbetonfassade im Erdgeschoss so mittels Schaufenster, Medienwände, Ein- und Ausgang sowie dem Bistro mit Terrasse unterbrochen.

Das Storekonzept folgt dem Prinzip der Brand-Spaces, das heißt, die unterschiedlichen Marken von Hugo Boss werden in eigenständigen Bereichen mit individuellem Charakter im Cross-Merchandising-Stil inszeniert. Bei der Gestaltung wurde auf einen geringen Rückbauaufwand geachtet. Eingesetzt wurden zertifizierte naturbelassene oder rezyklierte Materialien wie Eiche oder Metall. Element in Champagnertönen spiegeln das schlichte, aber hochwertige Design der Marke wider. Dem durchgehenden grauen Estrichboden wird in den Brand-Spaces ein Terrazzoboden hinzugefügt. Mesh-Wände und Screens, die die jeweilige Markenwelt digital zum Ausdruck bringen, unterstützen die Markierung der Bereiche. Zahlreiche Konstellationen wurden im Voraus simuliert.

Den umfassenden Service von Hugo Boss adäquat zum Ausdruck bringend, wurden in den Kabinen Touchscreens integriert, über die beispielsweise Mitarbeiter für Hilfe oder Beratung gerufen werden können. Ohne auf ein Face-to-face mit dem Kunden verzichten zu müssen, ergänzen digitale Elemente auf diese Weise die individuelle Beratung eines jeden Kunden. Zusätzlich können die Besucher im Tailor-Bereich ihre Wunschware nicht nur anpassen lassen, sondern auch einen Eindruck davon bekommen, mit welcher Kunstfertigkeit die Hugo Boss Mode maßgeschneidert wird.

Das neue Outlet steht auch wegen seines eigens auf die Bedürfnisse von Hugo Boss zugeschnittenen Anlieferungs- und Lagerkonzepts für sich. So wurde nicht nur ein Tiefhof für die ebenerdige Be- und Entladung der LKW-Andienung auf dem Gelände integriert. Das gesamte Gebäude umschließt ein Ringlager, über das die Mitarbeiter von jedem der Brand Spaces aus auf kurzen Wegen Ware nachbestücken können.

Darüber hinaus liegt dem Gebäude ein ausgeklügeltes Energiesystem mit mehreren Kilometern Erdwärmesonden und einem enormen Klimaspeicher im Sprinklertank zugrunde.

Das Service-Angebot wird abgerundet durch das angeschlossene Bistro mit Terrasse. Das champagnerfarbene Mesh in seiner Funktion als leitendes Element findet sich hier als Tunnel ausgebildet wieder. Es führt die Besucher hin zu einem Ort, der während des Shoppings zu einem Moment des Durchatmens einlädt. Ein Welcome-Table am Eingang, von der Decke herabhängende Pflanzen, eingelassene Sitznischen mit Holzverkleidung sowie eine freistehende Marmorwand im Barbereich erzeugen eine angenehme Atmosphäre.

www.blocherpartners.com