01.03.2021

Frischekick durch Tonputz

Die Gestaltung des Themenzimmers "Daniel Tress" erzählt von gediegener Esskultur - denn Daniel Tress ist der Restaurantleiter des Hotels. | Fotos: Emoton

Es sind nicht nur die Vollholz-Möbel, die in den Gästezimmern des Biohotels Rose auf der Schwäbischen Alb ein wohltuendes Raumklima schaffen. Statt der früheren Tapeten setzte die Betreiberfamilie bei der Renovierung der Zimmer auf Wandputz aus reiner Tonerde.

Das Familienunternehmen Tress befindet sich mitten im Biosphärengebiet Schwäbische Alb und arbeitet rundum ökologisch: Das Restaurant und die dazugehörige Speisenmanufaktur bieten Gerichte aus biologisch-dynamisch hergestellten Lebensmitteln nach "Demeter"-Prinzip, das neu gestaltete Gästehaus ist nach baubiologischen Kriterien renoviert.

Dabei beruhen sowohl das gastronomische als auch das innenarchitektonische Konzept auf der Familiengeschichte der Tress': Jedes der sechs individuellen Themenzimmer ist einem Familienmitglied und dessen Rolle für das Familienunternehmen gewidmet.

Es sind nicht nur die Vollholz-Möbel, die Salzkristall-Leuchten und die Duftlampen mit ätherischen Ölen, die dort ein wohltuendes Raumklima schaffen. Statt der früheren Tapeten setzte die Familie bei der Renovierung auf Wandputz aus reiner Tonerde des österreichischen Herstellers Emoton. "Das Material besitzt allein aufgrund seiner Struktur fabelhafte Haftungseigenschaften. So kommt das Produkt ganz ohne künstliche Zusätze aus", sagt der ausführende Stuckateur Frank Sommer. Denn sonst enthalten selbst ökologische Wandbeschichtungen häufig etwas Silikon, damit der Putz besser haftet. Bereits geringe Mengen würden die Poren verschließen und so die raumklimatischen Eigenschaften mindern, für die der Putz aus Tonerde so geschätzt wird: Er ist atmungsaktiv, kann durch seine poröse Struktur die Feuchtigkeit der Luft regulieren, Schadstoffe binden und sorgt durch die Ionisation der Luft zusätzlich für einen Frischeeffekt.

"Diese Putzschicht zwischen Wand und Innenraum beeinflusst das Raumklima entscheidend", so Frank Sommer. Der Stuckateur hat den silikonfreien Tonspachtel zunächst in einer Stärke von drei bis vier Millimetern mit der Kelle aufgezogen. Nach dem Trocknen wurde die Fläche angefeuchtet, um sie nochmals anzupressen und zu glätten. "Da ist Gefühl und Erfahrung gefragt", sagt der Stuckateur. Denn eine etwas glattere Oberfläche verhindert zwar Staubablagerungen, gleichzeitig soll aber die charakteristische Korn-an-Korn-Struktur des Erstauftrags durchscheinen.

Der Wandputz in seinem dezenten Grau zieht sich als verbindendes Element durch alle sechs Themenzimmer, die ansonsten aber individuell gestaltet sind. Jedes einzelne beleuchtet etwas von der Geschichte und der verschiedenen Aktivitäten des Unternehmens. Im Großeltern-Zimmer wird die Zahl 1950 optisch in Szene gesetzt – eine Referenz an das Gründungsjahr. Im Raum des Küchenchefs Simon Tress gehören Pfannen ebenso zur Wanddekoration wie eine Original-Kochjacke aus dem SWR-TV-Studio.

"Wir wollen mit diesen Themenzimmern einmal auf ganz andere Art von uns erzählen", sagt Daniel Tress, einer von vier Brüdern der dritten Generation, die gemeinsam für die Bio-Manufaktur verantwortlich zeichnen. "Man kann uns getrost als Bio-Pioniere bezeichnen. Wir sind seit Generationen dem Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet."

Alles begann 1950, als Großvater Johannes Tress beschloss, seinen Hof nach Demeter-Grundsätzen zu betreiben. Aus diesem landwirtschaftlichen Betrieb entwickelten das größte Bio-Gastronomieunternehmen in Süddeutschland und die Rose-Biomanufaktur, zu der das Hotel Rose gehört.

Daniel Tress zeichnet dort für den Service im Restaurant verantwortlich, was sich auch in dem ihm gewidmeten Themenzimmer des Gästehauses zeigt: Dort hängt über dem Bett eine großformatige Aufnahme eines stilvoll gedeckten Tisches. Über der Tee-Ecke hängt ein Foto von Schloss Ehrenfels, einer der beiden Veranstaltungsorte auf der Schwäbischen Alb und der Wimsener Höhe, die dem Familienunternehmen ebenfalls gehören. Daniel Tress organisiert dort kulinarische Events wie Hochzeiten und Empfänge.

Alles begann 1950, als Großvater Johannes Tress beschloss, seinen Hof nach Demeter-Grundsätzen zu betreiben. Aus diesem landwirtschaftlichen Betrieb entwickelten sich das größte Bio-Gastronomieunternehmen in Süddeutschland und die Rose-Biomanufaktur, zu der neben dem Hotel Rose auch zwei Event-Locations auf der Schwäbischen Alb und das Naturerlebnis Wimsener Höhle gehören.

Als die Großeltern mit der Produktion biologischer Lebensmittel begannen, wurden sie wahrscheinlich von vielen belächelt. In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit in aller Munde ist, arbeitet die Familie Tress heute jedoch unvermindert weiter daran, ihrer Überzeugung unter allen erdenklichen Aspekten gerecht zu werden. Das betrifft nicht nur Speisenangebot und Innenarchitektur, auch die Energie- und Abfallkreisläufe des Unternehmens werden immer wieder optimiert.

"Wir wollen gemäß der Familientradition Vorreiter bleiben", sagt Daniel Tress. Das Zitat, das an der Wand seines Themenzimmers zu lesen ist, ist da Programm: "Bio bedeutet für mich Verantwortung, Vertrauen und Zukunft. Bio ist für mich gleich Nachhaltigkeit."

www.emoton.at

www.tress-gastronomie.de