Vom Cartoon zum Hotel
Geschichte und Design treffen bei dem 4-Sterne-Hotel „Radisson Blu Old Mill“ in Belgrad aufeinander. Graft vereint historische Strukturen mit neuen Materialien, Farben und Oberflächen. Foto: Graft

Vom Cartoon zum Hotel

Die Hotelbranche sieht sich zahlreichen Einflussfaktoren wie Energie, Klima, Demographie, Soziologie und Wirtschaft ausgesetzt, die im Umfeld der Reise- und Hotelbranche wirken. Sie stellen die grundlegenden Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Hotellerie heute und in Zukunft dar. Hotels entwickeln sich also weiter oder anders ausgedrückt: Hotels müssen den sich verändernden Ansprüchen der Gäste gerecht werden und sich immer wieder neu erfinden. Dabei spielen sowohl die Architektur als auch das Interior Design eine entscheidende Rolle. Die Frage nach den Gestaltungskriterien von Hotels stellte InteriorFashion Wolfram Putz von Graft Architekten und Andreas Neudahm von Andreas Neudahm Hotel Interior Design.

Wolfram Putz, Graft Gesellschaft von Architekten

IF: Im Rahmen der alpitecture 2015 haben Sie in Ihrem Vortrag: Destinationbuilding – Die Transformation des Luxusverständnisses, über die fünf Stufen des Luxus referiert. Wie stellen sich diese dar?
Wolfram Putz: Historisch gesehen war Luxus durch die finanzielle Kaufkraft und den gesellschaftlichen Status definiert. Es wurden bestimmte Statussymbole konsumiert. Ausdruck fand dies unter anderem in Opulenz, in wertvollen Oberflächen und Materialien. Die zweite Ebene beinhaltet schon den Connaisseur, der sich mit der Tradition auskennt. In dieser Stufe wird die Exklusivität etwas hoch geschraubt. Und zwar nicht nur über den Preis, sondern über das „Mitwissertum“. Das sind die beiden klassischeren Luxusthemen.
In den 90er-Jahren war zu beobachten, dass das, was wir Emotions & Experience nennen, dazugekommen ist. Eine besondere Form von Entdeckung wurde von einem Botschafter als neues Erfahrungsthema verkauft. Wenn man sich die Architekturtrends und die Architekturpreisbeschreibungen aus den 90er-Jahren anschaut, dann findet man dort immer die fünf Sinne. Man wollte nicht mehr das verkaufen, was überall auf der Welt die gleiche Bedeutung hat, sondern man wollte sinnlicher werden, mit einer gewissen Subtilität. Um sich im Luxussegment zu unterscheiden, war nicht mehr Geld oder das Wissen wichtig, sondern ein Teil der Pioniertat: Wir haben etwas ganz Besonderes entdeckt.
Zur Jahrtausendwende musste man im Luxussegment darstellen, dass man Verantwortung für die Welt übernimmt. Dieser große Nachhaltigkeitstrend ist natürlich im Markt extrem eingeschlagen. Dinge die Bio oder Fair Trade waren, wurden nachgefragt und der Konsument musste nachweisen, dass er sich über seinen Konsum Gedanken gemacht hat. Das beschreibt das, was wir responsibility & awareness nennen. Auch die Hotels sind auf diesen Zug aufgesprungen. So werden Handtücher nur gewaschen, wenn der Gast das möchte und das Rindfleisch im Restaurant stammt von einem Tier von der Weide gegenüber.

IF: Und wie stellt sich der heutige Begriff von Luxus dar?
Putz: Aktuell stellen wir fest, dass der Trend des Kuratierens eines besonderen, fast überraschenden, immer noch einzigartigeren Erlebnisses, weitergeht. Das knappste Gut ist Authentizität. Eine gewisse Poesie, eine gewisse Form von Überraschung ist durch die Online-Omnipräsenz fast nicht mehr möglich. Ein Geheimtipp ist kaum mehr geheim zu halten. Die künstliche Verknappung, etwas auch nur temporär anzubieten, ist das, was heute Luxus definiert. Über noch mehr Geld, noch größere und teurere Hotelzimmer wird nicht mehr gesprochen. Es sind vielmehr die Geschichten, die um dieses Hotelzimmer gestrickt werden, die interessieren. Zum Beispiel, wenn in dem Hotelzimmer Holz verarbeitet wurde, dass aus einen 500 Jahre alten Scheune stammt.

IF: Wie findet ein Hotelier heute die richtige Art von Luxus?
Putz: Bevor wir anfangen zu entwerfen, empfehlen wir unseren Kunden, sich zu überlegen, wie sich sein Publikum zusammensetzt, welche Arten von verschiedenen Luxusnachfrageverhalten sind in dieser Kundschaft enthalten und wo kommen sie her. Man kann in einem Hotel auch mehrere dieser Luxus-Themen integrieren. Für viele Kunden ist dies ein sehr großer Befreiungsschlag, den viele als Türöffner beim Denken empfinden. Ein Hotelier sucht immer das Alleinstellungsmerkmal. Und wenn sich ein Luxusangebot durch intelligente Lösungen statt durch großen Kapitaleinsatz erweitern lässt, ist das immer sehr interessant.
Im Grunde kann man zusammenfassen: Die alten Erfolgskriterien waren der Preis, die reduzierte Auswahl, Service und Convenience. Dazu gekommen sind Authentizität, Customization, Responsibilty und vor allen Dingen das Storytelling. Mit all diesen Kriterien kann man gut spielen.

IF: Wie lange werden solche Erfolgskriterien bestehen?
Putz: Darüber haben wir vor kurzem erst ausführlich diskutiert. Wichtig dabei ist, dass es eine Gleichzeitigkeit der Trends gibt, so dass man auf etwaige Änderungen immer wieder reagieren kann. Wir glauben zum Beispiel, dass dieser aktuelle Reclaimed-Wood-Prozess, bei dem Altholz eine neue Nutzungsform findet, noch eine Weile anhält. Ein Trend hat auch einen gewissen Aufbau. Er startet in der Early-Adopter-Szene (übersetzt: Früh-Anwender) und geht dann in die Breite. Aktuell können wir noch keinen Bruch in den Haltungen und in den Stilistiken erkennen, die nachgefragt werden.

IF: Wie gehen Sie mit dem zeitlichen Versatz zwischen Planung eines Hotels und der Ausführung um? Dazwischen liegen ja oftmals mehrere Jahre.
Putz: Das ist immer die Gratwanderung. Aus diesem Grund bauen wir nicht zu viel Kurzlebiges in die Architektur ein. Das realisieren wir über die Ausstattungselemente, die man leichter bewegen kann. Zum Beispiel Bettwäsche oder Teppiche. Diese müssen ohnehin nach einer bestimmten Zeit im Betrieb ausgetauscht werden. Wir überlegen genau, mit welchen Instrumenten man eine schnelle Veränderung herbeiführen kann – ohne großen Invest – und welche müssen eine gewisse Klassik aufweisen. Dafür muss man ein Gespür entwickeln. Ganz viel von diesem Storytelling ist aber auch Betrieb. Die Art und Weise wie ein Hotelier mit seinen Mitarbeitern dem Gast eine Erfahrung bietet.

IF: Ein großer Trend ist auch Regionalität. Das beginnt beim Gemüse im Supermarkt ist aber sicherlich auch im Hotelbetrieb zu finden.
Putz: Wenn wir von Authentizität sprechen, so gehört dazu auch die Regionalität. Die Menschen wollen die Region erleben, die sie besuchen. In Südtirol zum Beispiel ist das schon Gang und Gebe. Andere Regionen haben dies noch gar nicht entwickelt. Wenn man sich klassische Tourismus-Destinations anschaut, wie zum Beispiel Mallorca, wird selbst in den großen Massenhotels der Versuch unternommen, von der  Austauschbarkeit wegzukommen.

IF: Wie gehen Sie damit um? Oder anders gefragt, kann ein deutsches Architekturbüro zum Beispiel ein authentisches Hotel in der Mongolei bauen?
Putz: Wir überlegen immer, welche Geschichten wir erzählen wollen.  Dazu gehört viel Intuition. Wir versuchen als erstes, uns den Film des Ankommens eines Gastes vorzustellen. Dazu stellen wir uns die Frage: Ist diese Ankunftsgeste eher privat, intim, ist sie eher dunkel, weil es draußen immer hell und heiß ist, bedarf es einer geschützten oder einer exponierten Atmosphäre usw.? Und wir reden dann über archaische Wahrnehmungsempfindungen: Bist Du extro- oder introvertiert, hast Du hier Ruhe oder nicht? Manipulieren wir die Erfahrung oder lassen wir den Gast in Ruhe? Daraus entwickeln wir wie ein Filmemacher ein Storyboard. Eigentlich wie einen Cartoon, bei dem man sich eine kleine Customer-Journey ausdenkt. Dann braucht man auch nicht unbedingt ein Mongole zu sein, um ein mongolisches Hotel zu bauen, sondern man kann mit seinem Bauherren über diese geschichtenerzählerische Ebene ziemlich genau gemeinsam festlegen, wie das Hotel auszusehen hat – und das, obwohl man aus unterschiedlichen Kulturkreisen kommt.
Übrigens nutzen wir das nicht nur für die Tourismusarchitektur, sondern wir haben auf diese Weise auch sehr erfolgreich mehrere große Praxen bzw. Zahnkliniken gebaut. Erfolgreich deshalb, weil wir die Erwartungshaltung Zahnarztbesuch nicht erfüllt haben. Das ist als Methode wirklich ganz erfolgreich, um auch einmal aus den ausgetretenen Trampelpfaden zu kommen.

IF: Die Fragestellung bei der alpitecture war: Können Architekten zusätzlichen Mehrwert in touristische Standorte bringen, indem sie an einigen Stellen störend eingreifen? Wie sehen Sie das?
Putz: Gerade in Südtirol wird das gut gemacht, in dem man untersucht, ob moderne Architekturen in einer gewachsenen Landschaft zusätzlich Attraktivität schaffen. Ich würde diesen Effekt gerne noch etwas radikalisieren. Wir sind mit einigen Hoteliers befreundet, die sich stark mit dem Thema Pop-up-Hotel beschäftigen. Dabei können Ideen realisiert werden, die für eine dauerhafte Einrichtung zu unsicher wären. Entweder ist der Business-Plan sehr riskant oder der Ort eignet sich nicht für eine permanente Bebauung. Die Sehnsucht für diese Architektur wird also dadurch vergrößert, dass sie nur für eine kurze Zeit verfügbar ist. Ich denke, dass man hier mit wenig Geld viel ausprobieren und viel Erfahrungen sammeln kann. Beispielweise welche Orte funktionieren oder welche Art von Küchen? Diese temporären Orte zu bauen, ist für einen Architekten sehr spannend.

IF: Herr Putz, vielen Dank für das Gespräch.

Andreas Neudahm, Andreas Neudahm Hotel Interior Design

IF: Gibt es Unterschiede zwischen einem Business- und einem Urlaubs-Hotel?
Andreas Neudahm: Generell meine ich, dass beim Betreten des Hotels das Gefühl vermittelt werden sollte, dass man nach Hause kommt. Dabei ist es erst einmal egal, ob es ein Business- oder ein Leisure-Hotel ist. Für mich ist wichtig, dass man den Gast direkt am Eingang abholt. Das ist mit dem Zweck des Aufenthaltes in einem Hotel verbunden. Bleibt der Gast länger oder nur, um die Funktionalität oder Flexibilität des Hotels zu nutzen. An ein Flughafenhotel hat man den Anspruch, alle Dienstleistungen sehr schnell zu erreichen. Wenn man länger in einem Hotel bleibt, ist das wie ein Erobern. Der Gast nimmt jeden Tag Dinge neu wahr und er entdeckt auch immer wieder neue Sachen, die interessant sind oder das zumindest sein sollten. Bei einem Business-Hotel ist das etwas oberflächlicher.

IF: Hat sich der Anspruch des Gastes in den vergangenen zehn bis 15 Jahren verändert?
Neudahm: Ja, das glaube ich schon. Der Gast kommt immer mehr aus der  Starbucks-Generation. Das heißt, er will Lounging mit Musik und Licht. Er möchte mehr Entertainment. Früher war eine Empfangshalle mit grellem Licht versehen und der Gast checkte an einer langen Theke ein. Heute gibt es die persönliche Ansprache über Einzel-Counter. Die Lobby ist wie ein Marktplatz: Es muss etwas passieren, es darf nicht langweilig sein. Das ist auch in der Flughafengastronomie oder bei Multifunktions-Supermärkten zu beobachten. Die klare Shop-in-Shop-Trennung gibt es heute nicht mehr. Früher gaben Hotels oftmals Räume vor: Bar, Restaurant, Lobby usw. Heute spricht man von einem großen Open-Lobby-Konzept.

IF: Wenn Sie den Auftrag für die Gestaltung eines Hotelneubaus bekommen, planen Sie gemeinsam mit dem Architekten die Räume oder kommen Sie zum Einsatz, wenn das Hotel steht?
Neudahm: Wenn wir erst dazu stoßen, wenn der Bau des Hotels abgeschlossen ist, wäre das zu spät. Die Arbeit des Architekten und des Interior Designers sollte Hand in Hand gehen bzw. das Gebäude wird eigentlich um die Innenarchitektur gebaut. Dem Architekten kommen die statischen Aufgaben, die Haustechnik und die Gestaltung der Fassade zu. Die räumliche Aufteilung hingegen sollte beim Interior Designer bleiben. Wir geben also das komplette Raumprogramm vor.

IF: Und wie arbeiten Sie bei Altbauten?
Neudahm: Am liebsten schaue ich mir bei einer Bestandsimmobilie den Grundrissplan an. Grundsätzliche behandle ich diese aber, als wenn es ein Neubau wäre und analysiere, ob die bisherige Gestaltung Sinn macht. Ist dies der Fall, dann halte ich mich an diese Räume. Macht sie allerdings keinen Sinn, dann führe ich Veränderungen herbei. Unter Umständen auch durch Eingriffe in die Statik. Nachdem ich dann einen Grundrissplan erstellt habe, gehe ich in das Gebäude und stelle mir die Frage, ob der Plan, den ich auf dem Reißbrett gezeichnet habe, wirklich umsetzbar ist. Wenn sich das bestätigt, habe ich alles richtig gemacht.

IF: Bei Ihrer Arbeit setzen Sie auf Individualität. Wenn Sie nun für große Ketten arbeiten, die ihr CI umgesetzt sehen wollen, können Sie dann Ihrem eigenen Anspruch noch gerecht werden?
Neudahm: Das Interessante ist, dass die Ketten dann auf uns zukommen, wenn Sie die Sicht eines individuellen Interior Designers möchten und den Rahmen wieder neu gestaltet wollen. Bei einem solchen Projekt kreieren wir aus dem uns vorgegebenen Master ein individuelles Design. Auch für die Hotelgruppe ist ein solches Projekt eine Bereicherung, weil sie sich mit unserer Arbeit weiterentwickeln und neue Sichtweisen auf bekannte Dinge bekommen. Ich würde also sagen, dass wir auch in der Zusammenarbeit mit Gruppen sehr frei in unserem Handeln sind und neue Ideen umsetzen können.

IF: Was ist aktuell Ihr spannendstes Projekt?
Neudahm: Ich habe gerade zwei spannende Projekte. In Mailand, direkt am Hauptbahnhof, bauen wir ein altes Bürogebäude zu einem Vier-Sterne-Hotel um. Aus der Historie heraus war die Architektur natürlich nicht für ein Hotel ausgelegt. Trotzdem haben wir den richtigen Kniff gefunden, 300 Zimmer zu schaffen, die Sinn machen – auch von der Produktionsseite her. Man kann dort nicht 300 Bäder individuell ausstatten. Das wäre finanziell nicht abbildbar. Wir haben quasi  eine Machbarkeitsstudie erstellt, wie ein Hotel profitabel gestaltet werden kann.
Weiterhin arbeiten wir an einem denkmalgeschützten Gebäude an den Ramblas in Barcelona. Hier wird aus einem Drei-Sterne-Haus ein Vier-Sterne-Haus. Wir haben uns viel mit der Umgebung beschäftigt und herausgefunden, dass in Barcelona nachträglich viele Pools auf Dächer, sogenannte Rooftop-Pools, gebaut wurden. Das wird nun auch dort umgesetzt. Somit entsteht eine richtige kleine Oase mitten in Barcelona.

IF: Sie beziehen in Ihre Planungen stets die Umgebung mit ein. Wie gehen Sie dabei vor?
Neudahm: Wenn ich die Umgebung in das Interior Design des Hotels einplane, versuche ich das unterschwellig zu machen. Ich bin der Meinung, dass in einem Hotel in Mailand der Dom nicht zu finden sein muss. Ich diesem Fall könnte man zum Beispiel Mailänder Fliesen einsetzen. Das heißt, man kann mit Materialien spielen, die einen Bezug zur Stadt haben. Es soll eine Thematisierung geben, die aber nicht kitschig wird. Das ist man dem Haus schuldig.
Viele fragen mich auch, warum ich keine lokalen Künstler nehme. Dabei fühle ich mich einfach zu limitiert. Man darf dabei auch nie vergessen, dass wir ein Hotel für viele Kulturen und Bevölkerungsschichten gestalten.

IF: Sie setzen bei der Gestaltung der Hotelzimmer auch stets auf Eigenkreationen.
Neudahm: Das ist richtig. In einem Hotelzimmer gibt es wenig, das nicht von uns entworfen ist. Wir nehmen so gut wie nichts von der Stange. Möbel, Bodenbeläge, Tapeten oder Stoffe produzieren wir überwiegend selbst. Natürlich gehen wir auch über Messen und schauen uns die Neuheiten der Industrie an. Dabei darf man allerdings nicht vergessen, dass wir das, was wir heute aussuchen, erst in zwei, drei Jahren verbauen. Aus diesem Grund bin ich auch ein Gegner von Trends. Ich muss also heute etwas machen, dass die Hotelgäste am Tag der Eröffnung als vollkommen neu und trendig erleben.

IF: Sie müssen also heute das Gespür dafür haben, was in zwei Jahren neu ist …
Neudahm: … und wie die Leute dann damit umgehen. Die bereits genannte Starbucks-Generation ist ja nicht von heute auf morgen entstanden. Starbucks selbst ist so erfolgreich, weil man eine neue Lebensphilosophie erkannt und umgesetzt hat. Auf meine Arbeit übertragen heißt das, ich muss heute schon erkennen, was die Leute in ein, zwei oder auch drei Jahren im Hotel erleben wollen. Momentan ist das natürlich relativ einfach, denn man braucht sich nur die Smartphone-Generation anzusehen und man weiß, wo der Trend hin geht. Nun aber müssen wir uns wieder Gedanken machen, was danach kommt. Das ist spannend, aber man erkennt es nur, wenn man sehr tief in das Thema reingeht. Das hat viel mit Gesellschaftspolitik zu tun, aber wenn man einmal ganz ehrlich ist, ist es am Ende eine Gefühlssache. Wichtig ist, dass man mit offenen Augen durch die Welt geht. Dabei liegt die Betonung auf Welt. Man muss sich ansehen, was in Indien, Südamerika, China und Russland passiert, denn das sind die Zukunftsreisenden und sie wollen das besondere Europa erleben.

IF: Eine letzte Frage: Braucht man für eine individuelle Gestaltung eines Hotels ein großes Budget?
Neudahm: Nein. Budget brauchen Sie nur dann, wenn Sie von der Stange kaufen. Ich glaube, je
kreativer der Mensch ist, desto günstiger kann es werden. Ich finde es auch bei der Entwicklung eines Designs ganz wichtig, dass man sich Gedanken darüber macht, wie man das investierte Geld zurückverdienen kann.

IF: Herr Neudahm, vielen Dank für das Gespräch.

Die Interviews sind in der InteriorFashion-Ausgabe 4|2015 erschienen.


www.graftlab.com
www.neudahmdesign.com

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