Neue Perspektiven für den Boden

Parador stellt die neue „Floor Fields Design Edition by Alfredo Häberli“ vor.

Das Unternehmen Parador hat mit Alfredo Häberli eine Bodenkollektion entworfen, die mit inspirierenden Mustern und grafischen Formen Akzente setzt und gleichzeitig dezente Eleganz vermittelt. Ein Parkettboden und vier hochwertige Laminatböden bilden die „Floor Fields Design Edition by Alfredo Häberli“, die unerwartet neue Bodenperspektiven erzeugt: Je nach Anordnung der Dielen ergeben sich individuelle, zunächst zufällig wirkende Patterns, die erst beim genauen Hinschauen eine Ordnung enthüllen. Dieser Effekt bewog die Jury des Red Dot Awards 2016, den Parkettboden „Nea“ mit dem renommierten Preis für Produktdesign auszuzeichnen. Mit der neuen Kollektion setzt das Coesfelder Unternehmen seine Zusammenarbeit mit international führenden Designern fort. „Besonders interessant ist es Böden zu entwickeln, die sich erst auf den zweiten Blick mit ihren Mustern und Strukturen offenbaren und Emotionen wecken“, sagt Alfredo Häberli. Auf dieser Grundlage gestaltete der Designer die „Floor Fields Design Edition“ und verlieh ihr in den einzelnen Ausführungen auf ganz unterschiedliche Art Ausdruck – mal mit runden, haptisch spürbaren Ausfräsungen im Holz, farbenfrohen Kreisen oder einem Steinboden ähnelnden Farbverlauf im Laminat. Gleichzeitig tragen alle Böden die unverkennbare Handschrift des in Argentinien geborenen und in der Schweiz lebenden Designers. „Häberli gelingt es auf unnachahmliche Weise, einen Boden zu kreieren, der seine Wirkung im Raum komplett entfalten kann, ohne dabei dominant zu wirken“, sagt Birgit Kunth, Marketingleiterin bei Parador. Und sie fährt fort: „Mit der Kollektion Floor Fields Design Edition by Alfredo Häberli wollen wir unseren Kunden ein individuelles Raumerlebnis ermöglichen, bei dem sich der Boden zugleich wunderbar in die Umgebung einfügt.
Parador arbeitet bereits seit 2009 erfolgreich mit international renommierten Persönlichkeiten aus der Designszene zusammen, unter anderem mit Hadi Teherani, Ronan & Erwan Bouroullec oder Werner Aisslinger.

 

Parkett „Nea“

Robustes und elegantes Eichenholz mit schwarz gebeizter oder heller, naturgeölter Oberfläche bildet die Grundlage für die Parkett-Edition „Nea“. Der Boden zeichnet sich durch runde Ausfräsungen in minimaler Tiefe aus, die in unregelmäßigen Abständen angeordnet sind und so an die Optik von Domino-Steinen erinnern. „Nea“ umfasst mehrere Dielentypen, die jeweils unterschiedliche Musterverteilungen aufweisen – im Zusammenspiel mit den benachbarten Dielen entstehen ständig neue Patterns. Zusätzliche Dynamik erhält der Boden durch seine zarten Reliefstrukturen, die bei Lichteinfall auf unterschiedliche Weise zur Geltung kommen. Das markante und fein fühlbare Muster gepaart mit der zufälligen Anordnung der Ausfräsungen macht „Nea“ zu einem eindrucksvollen optischen und haptischen Bodenerlebnis.

Laminatboden „Liv“

Klare, geometrische Formen prägen die Optik des Laminatbodens „Liv“. Rechtecke in mehreren Größen und vier unterschiedlichen Beiztönen – Natur, Creme, Dunkelgrau und Schwarz – scheinen sich teilweise zu überlagern und kreieren ein spannendes, unregelmäßiges Pattern. Aus der Ferne betrachtet fügen sich die einzelnen Muster zu einem rhythmischen Ganzen zusammen. Dank unterschiedlicher Dielen und deren individuellen Anordnung ergeben sich mit „Liv“ unendliche Kompositionen für die Bodengestaltung.

Laminatboden „Lou“

Er überzeugt mit einem minimalistischen Dekor in edler Steinoptik. Alfredo Häberli hat bewusst kein computergeneriertes Design entworfen, sondern eine eigene grafische Struktur entwickelt, die auffällt und sich dennoch subtil an die Umgebung anpasst. Die Farbverläufe in zarten Creme- bis Grautönen stellen sich auf den einzelnen Dielen immer unterschiedlich dar und verleihen dem Boden eine facettenreiche Wirkung. Das steinähnliche Dekor von „Lou“ dient als Grundlage für die Laminatböden „Ena“ und „Ylo“ – mit ihren farbenfrohen geometrischen Figuren die wohl extravagantesten Böden der Designkollektion.

Laminatboden „Ena“

Ähnlich wie beim Parkett „Nea“ erzeugt „Ena“ Wirkung durch unregelmäßig angeordnete Kreise. Alfredo Häberli griff bei der Gestaltung die Idee des ikonischen „Pirelli-Bodens“ mit seinen typischen Noppen aus den 1970er-Jahren auf.

Laminatboden „Ylo“

Dieser fällt mit seinen streifenförmigen, an den Enden abgerundeten Formen ins Auge, die in Reihe angeordnet sind. Die Regelmäßigkeit der Struktur wird mancherorts durch fehlende Streifen unterbrochen. Der besondere Clou bei „Ena“ und „Ylo“ ist die auffällige Farbgebung innerhalb der geometrischen Figuren. Diese dienten dem Designer als Grundlage für die Punkte und Streifen, die den ruhigen Untergrund auf spielerische Weise akzentuieren, ohne aufdringlich zu wirken.

Und das sagt Alfredo Häberli:

Wie definieren Sie den Begriff Design?
Alfredo Häberli: Für mich bezeichnet Design ein Produkt oder Objekt, das einen Mehrwert hat. Am schönsten ist es, wenn man als Designer von Anfang an in den Entstehungsprozess eines Produktes involviert ist und idealerweise von einem „weißen Blatt“ an arbeitet. Das ist sicherlich nicht immer einfach zu gewährleisten und der bequeme Weg, aber es macht mir Spaß, in Nischenbereichen zu arbeiten und ungewöhnliche Lösungen zu finden. Es gibt kaum noch Gebiete, in denen man wirklich neue Dinge entdecken kann. Gerade das stellt für mich eine Herausforderung dar. Mir ist es wichtig, dass Design ästhetisch und stimmig ist und eine Ausstrahlung besitzt: Es ist präsent im Raum, strahlt gleichzeitig eine Leichtigkeit aus und hält sich im Hintergrund.

Inwieweit ist für Sie Nachhaltigkeit im Gestaltungsprozess wichtig?
Häberli: Ökologie ist für mich enorm wichtig, aber ein Designobjekt muss nicht zwangsläufig danach aussehen. Ich versuche, dem Fortschritt ein neues Bild zu geben. Für meinen Gestaltungsprozess bedeutet das auch, dass ich keinen Trends hinterherjage. Ich verfolge natürlich Trends, möchte aber vielmehr etwas Langfristiges, Nachhaltiges entwickeln, das in zehn Jahren noch produziert wird. Bei meinen Designs setze ich daher auf zeitlose Attraktivität. Darüber hinaus möchte ich Diskussionen mit Unternehmen anregen und die Überlegungen, mit welchen Materialien wo etwas wie produziert werden kann.

Für Parador haben Sie sich nun der Gestaltung von Böden verschrieben. Worin liegen für Sie die Herausforderungen – insbesondere verglichen mit dem Entwerfen von Möbeln?
Häberli: Die Ausgangslage bei der Gestaltung eines Bodens ist eine ganze andere: Der Designprozess ist eher mit dem eines Stoffes oder einer Fläche vergleichbar. Beim Entwerfen eines Bodens muss ich denselben immer im Raum denken. Auf DIN A4 entfaltet der Boden natürlich nicht seine gesamte Wirkung. Daher betrachte ich ihn immer von nah und fern – neu und immer anders. Generell spreche ich von einem gelungenen Entwurf, wenn er eine Ambivalenz in sich trägt: Wenn er sich anpasst und zurücknimmt, gleichzeitig aber da ist und sich zu erkennen gibt. Welche Bedeutung haben Böden für Sie? Häberli: In der Architektur ist oft die Rede von „Boden, Wand und Decke“. Durch diese Elemente wird der Raum definiert. Sie sind diejenigen Flächen, die Volumen begrenzen und uns umgeben. Der Boden stellt dabei die Basis dar, den Grundriss und die Grundlage für alles Räumliche. Viele Sprichwörter beziehen sich auf ihn und er markiert eine Art Verwurzelung.

Wie wird der Boden Ihrer Meinung nach zu einem emotionalen Produkt?
Häberli: Für den Alltag sind schräge Bodenmuster eher weniger geeignet. Viel interessanter ist es Böden zu entwickeln, die sich erst auf den zweiten Blick mit ihren Mustern und Strukturen offenbaren und Emotionen wecken. Ein gutes Beispiel dafür ist der Parkettboden „Nea“ der „Floor Fields Design Edition“, der eine klare Eleganz ausstrahlt und allein durch ganz feine Strukturen und Veränderungen Emotionen auslöst. Einer der schönsten Böden ist für mich übrigens ein klassischer Waldboden: Er verändert sich mit den Jahreszeiten und ist der Inbegriff für den Gang des Lebens im Einklang mit der Natur.

Was hat Sie bei der Gestaltung des Parkettbodens „Nea“ mit ihren feinen Einfräsungen inspiriert?
Häberli: Mir gefällt die Doppeldeutigkeit von Mustern. Damit meine ich, dass sie nicht auf den ersten Blick erkennbar sind und sich erst beim genauen Hinschauen offenbaren. Löcher, Kreise und Rundungen fand ich gestalterisch schon immer spannend. Darüber hinaus war ich auch vom klassischen Pirelli-Boden sehr fasziniert – eine Ikone des Designs der Siebzigerjahre! So etwas in der Art sollte es sein, aber nur leiser, mit mehr Understatement und einem gewissen Überraschungseffekt.

Welche Wirkungen wollen Sie mit den verschiedenen Laminatböden der Kollektion erzielen?
Häberli: Ich wollte mich bewusst von einer Holzimitation und einem bloßen Designboden entfernen. Daher habe ich nach Farben, Mustern und Drucken gesucht, die besonders prägnant und nicht computergeneriert sind. Ich habe nach neuen Strukturen gesucht, die man selbst real kreieren kann, die gemalt sind und nicht künstlich wirken – eine Mischung aus Grafik und organischen Strukturen. Der Boden muss bei mir Emotionen auslösen, die sich beispielsweise in den grafischen Punkten der Laminat-Variante „Ena“ wiederfinden. Jeder Punkt ist eine eigene kleine Welt, die sich erschließt, je länger man hinschaut.

Was hat Sie an der Zusammenarbeit mit Parador fasziniert?
Häberli: Ich als Industriedesigner arbeite gerne mit größeren Firmen zusammen und gebe meine Erfahrungen weiter. Diese erste Zusammenarbeit mit Parador hat mich enorm fasziniert und ich bin sehr gespannt, wie sie von den Architekten und in den von ihnen gestalteten Räumen aufgenommen wird. Das Resultat wird sich dann zeigen. So gesehen habe ich ein unvollendetes Produkt entwickelt, das erst durch seinen Gebrauch vollendet sein wird. Und das ist wirklich neu für mich!

Fotos: Parador

www.parador.de

www.alfredo-haeberli.com

 

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