London's Somerset House – der Austragungsort der ersten London Design Biennale. Foto: Bradley Lloyd Barnes

London Design Festival 2016

Sieben Design-Distrikte, zwei internationale Design-Messen und unzählige Veranstaltungen, Events, Ausstellungen und Installationen rund um das Thema Design – das alles vereint das London Design Festival, das im September 2016 die britische Hauptstadt erneut in die Kreativ-Metropole verwandelte. Den hohen Stellenwert dieser Veranstaltung beweisen die rund 560 gezeigten Projekte und über 375.000 Besucher aus mehr als 75 Ländern. Während auf den Design-Messen 100% Design und Decorex International etablierte Firmen und Marken ihre Produktneuheiten präsentierten bevölkerten junge Design-Studios und Start-Ups die Gegenden um King'Cross und Shoreditch, in denen die designjunction und die London Design Fair ihre Pforten öffneten. Als zentraler Anlaufpunkt und Veranstaltungsort galt das Victoria & Albert Museum, das neben der eigenen, überwältigenden Sammlung zum London Design Festival auch zahlreiche Beiträge international renommierter Designer beheimatete – darunter Installationen von Benjamin Hubert und dem britischen Design-Duo Glithero oder auch Vorträge und Podiumsdiskussionen mit renommierten Architekten und Designern wie Doshi Levien und Patricia Urquiola.

In diesem Herbst wurde außerdem erstmals die London Design Biennale ausgetragen, die von 7. bis 27. September Installationen, Kunstwerke und Designs aus 37 Ländern der Welt im Londoner Somerset House zeigte. Das Thema der Biennale 2016 „Utopia by Design“ ist ein Verweis auf das Jahresmotto des Veranstaltungsortes, „Utopia 2016: A Year of Imagination and Possibility“, das den 500. Jahrestag der Veröffentlichung „Utopia“ von Thomas More feiert. Angelehnt daran thematisierten die Einreichungen der teilnehmenden Länder sowohl Hommagen an frühere Utopien, futuristische Vorschläge für die Städte der Zukunft sowie innovative Lösungen für das Leben im 21. Jahrhundert. Eine Auswahl an Installationen und Inspirationen von der ersten London Design Biennale haben wir hier für Sie zusammengefasst.

www.londondesignfestival.com

www.londondesignbiennale.com

Für die Organisation des deutschen Beitrags zeichnete der Rat für Formgebung im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und des Auswärtigen Amtes verantwortlich. Der deutsche Gestalter Konstantin Grcic hat die deutsche Präsentation konzipiert, kuratiert und umgesetzt. Ausgehend von John Malkovichs Zitat "Utopia means elsewhere" lud er die Besucher ein, ihren subjektiven Vorstellungen von Utopie nachzuspüren. Absolute Ruhe im schallgedämpften Raum und die hypnotisierende Wirkung von digitalem Feuer ermöglichte den Besuchern auf von ihm designten Stühlen die eigenen Gedanken nach „something elsewhere“ wandern zu lassen. Foto: Ed Reeve

Das Austria Design Net lud das Designer-Duo mischer'traxler zur Gestaltung des österreichischen Beitrags ein. Entstanden ist „LeveL“, eine fragile bzw. instabile Lichtskulptur, die mit Bewegungen und dem verdunkeln und aufhellen der Lichtquellen auf die Zuschauer reagiert. Wenn das Mobile im Stillstand ist, scheinen die Lichter am hellsten – der Raum ist vollständig erleuchtet. Doch jede Bewegung und jeder Atemzug der eintretenden Menschen bringt die Installation in Bewegung und somit aus der Balance. Damit veranschaulicht mischer'traxler auch die Unsicherheit von Utopien und deren Zebrechlichkeit in der Realität. Foto: Ed Reeve

Das Design-Studio Urbanus repräsentierte mit der Installation „Shenzen: New Peak“ die chinesische Beteiligung an der London Design Biennale 2016. Dabei stehen die Herausforderungen von immer schneller wachsenden Städten und Bevölkerungszahlen im Fokus – mit der Stadt Shenzen als Beispiel. Denn die ehemals ländliche Stadt hat sich in den letzten 35 Jahren zu einer Metropole und Megacity entwickelt, von 300.000 Einwohnern auf mittlerweile 17 Millionen. Urbanus bietet als Lösungsansatz nachhaltig gebaute „Mega-Strukuturen“, die die Bevölkerung aufnehmen und mit öffentlich genutzten Flächen und der Intergration von Technologie die Lebensqualität verbessern. Foto: Ed Reeve

Die Einreichung aus der Heimat der London Design Biennale, Großbritannien, stammt aus der Feder des britischen Design-Duos Barber Osgerby und dem Partner Victoria & Albert Museum. Die große, kinetische Skulptur „Forecast“ bewegt sich im Wind und verweist damit sowohl auf die Seefahrtsgeschichte des Landes als auch auf den künftigen Einsatz von erneuerbaren Energien durch Windkraft. Damit schlägt Barber Osgerby die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft. Foto: Ed Reeve

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