Susanne und Thomas Kocher, Inhaber des Einrichtungshauses „Roter Punkt“ in Nürnberg. Foto: Roter Punkt

Frisch im Kopf, fesch im Geschmack

Ungewöhnlich sein und den Kunden stets überraschen – das ist der Anspruch von Thomas und Susanne Kocher, Inhaber des Einrichtungshauses „Roter Punkt“ in Nürnberg. Im vergangenen Jahr feierten die beiden ihr 25-jähriges Firmenjubiläum und gaben aus diesem Anlass einen Einblick in ihr Unternehmen. Zu Gast im „Roten Punkt“ war Bianca Schmidt.

Die Geschichte des Unternehmens startete 1990 mit einem kleinen Laden in Erlangen, in dem Thomas und Susanne Kocher Futons und Matratzen verkauften. Bereits 1994 eröffneten sie eine zweite Niederlassung in Nürnberg und zogen 1997 an den heutigen Standort in der Gleißbühlstraße, ganz in der Nähe des Nürnberger Hauptbahnhofs. Das Geschäft in Erlangen wurde aufgegeben, um sich mit ganzer Kraft auf Nürnberg konzentrieren zu können. Das Konzept ist aufgegangen, denn das Unternehmen ist eine Institution in Nürnberg. Auffällig ist in erster Linie einmal die 25 m lange Schaufensterfront, die immer wieder neu und vor allen Dingen außergewöhnlich gestaltet wird. Regelmäßig „tobt“ sich dort Susanne Kocher aus und lässt ihrer Kreativität freien Lauf. Auch Kunstausstellungen im Schaufenster sind den beiden Unternehmern nicht fremd. So zeigte dort Anfang des Jahres der Nürnberger Street Art-Künstler „Momoshi“ seine Werke in einer einzigartigen Installation. Betritt man schließlich das Haus, begibt man sich sehr schnell auf eine Entdeckungsreise durch Designmöbel und außergewöhnliche Accessoires unterschiedlicher Stilrichtungen. Auf 1.500 qm ist ein breites Spektrum von Möbeln internationaler Marken ebenso zu finden wie kleine Designmanufakturen aus ganz Europa. „Bei unseren Möbeln trifft Klassik auf Pop, das Elegante auf das Extravagante“, so Thomas Kocher. Das Credo „Möbel überraschend anders“ wird gleich auf den ersten Blick sichtbar. Aber nicht nur das Möbelangebot ist beim „Roten Punkt“ anders. Oberstes Ziel ist es, einen glücklichen Kunden zu gewinnen und diesen auch zu pflegen. Schon alleine aus diesem Grund ist die Frage „Kann ich Ihnen helfen“ zur Kundenbegrüßung ein absolutes „no go“. Vielmehr sorgt das 13-köpfige Team um die Kochers für eine Wohlfühlatmosphäre mit Kaffee oder im Sommer auch einmal mit einem Eis. Man möchte den Kunden erst einmal Kennenlernen, um ihn optimal beraten zu können und auf diese Weise langfristig bevorzugter Partner in Sachen Einrichtung zu werden. Aus diesem Grund gibt es auch keinen Druck beim Verkauf im Hinblick auf schnelle Umsätze. An diesem Vorgehen hat sich in den vergangenen 25 Jahren nichts verändert. Verändert allerdings haben sich die Ansprüche der Kunden und damit das Kaufverhalten. „Die Erwartungen steigen, die Preissensibilität nimmt zu. Es ist schwieriger geworden, den Kunden ins Geschäfts zu bekommen“, stellt Susanne Kocher fest. Und wenn er kommt, dann ist er durch das Internet besser informiert als früher. An sich kein Problem für die Kochers. Ärgerlich ist aber der „Beratungsklau“, also wenn Kunden sich im Fachhandel ausführlich beraten lassen und dann im Internet nach dem besten Preis suchen. Aber auch dieser Entwicklung stehen beim „Roten Punkt“ eben jene Maßnahmen und besondere Service-Angebote, wie zum Beispiel das „Probewohnen“ von einzelnen Möbelstücken, gegenüber. Und das mit Erfolg. Die Kochers zeigen sich hinsichtlich der Entwicklung beim Umsatz und beim Kundenzuwachs zufrieden. Während der Bruttoumsatz 2013 bei 1,77 Mio. Euro lag, erreichte der Familienbetrieb vergangenes Jahr 1,78 Mio. Euro. Und auch im Jahr 2015 steigen die Umsätze nach einem durch die Hitzewelle im Sommer bedingten Rückgang seit Herbstbeginn wieder erfreulich an. Die Investitionen in die Entwicklung der Mitarbeiter sowie in Marketingmaßnahmen, Sortimentsgestaltung, Warenpräsentation und Serviceoptimierung in den vergangenen Jahren haben sich also gelohnt und sollen auch in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Dabei wird Social Media eine große Rolle spielen, aber auch eine neue Imagebroschüre wird in Kürze fertig gestellt. Zu den Kunden des „Roten Punkts“ zählen aber nicht nur Privatpersonen zwischen 30 und 70 Jahren mit einer Affinität für moderne Designmöbel, sondern auch viele Geschäftskunden wie Arztpraxen, Kanzleien, Agenturen sowie Cafés und Restaurants greifen auf das Know-how der Einrichtungsprofis zurück. Auch diese wissen die Offenheit für Neues des Unternehmer-Ehepaars zu schätzen. Denn „Philosophie ist, wenn man trotzdem denkt“, sagt Susanne Kocher. „Und wir denken, dass man gerade in unserer Branche immer offen sein muss – für Trends, neue Materialien und neue Kundenbedürfnisse. Frisch im Kopf und fesch im Geschmack eben.“

www.roterpunkt.de

 

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