Die Egger-Gruppenleitung mit Walter Schiegl, Thomas Leissing und Ulrich Bühler (v. l.) berichteten von einem stabilen Geschäftsjahr und großen Zukunftsplänen.

Egger-Gruppe wächst

Der Holzwerkstoffhersteller verzeichnet im Geschäftsjahr 2016/2017 ein stabiles Ergebnis – große Pläne für die Zukunft

Bei der Jahrespressekonferenz am 27. Juli 2017 am Stammsitz in St. Johann in Tirol präsentierte die Egger-Gruppe eine sehr positive Entwicklung der Unternehmenskennzahlen. So konnte der Umsatz im Geschäftsjahr 2016/2017 um +1,7 % auf 2.384,8 Mio. Euro gesteigert werden. Das operative Ergebnis (Ebitda) wuchs um +4,0 % auf 363,7 Mio. Euro. Mit der weiterhin sehr hohen Eigenkapitalquote von 37,5 % unterstreicht das Familienunternehmen seine gute Bonität. Die produzierte Menge an Rohplatten inkl. Schnittholz konnte auf 7,9 Mio. cbm (+3 %) gesteigert werden, was eine Vollauslastung aller primären Produktionskapazitäten bedeutet. Gruppenweit beschäftigte Egger im vergangen Jahr durchschnittlich 8.145 Mitarbeiter.

„Die Wirtschaft in Europa hat sich erholt und die europäische Bauwirtschaft befindet sich wieder auf einem soliden Wachstumspfad“, umreißt Thomas Leissing, Sprecher der Gruppenleitung und zuständig für Finanzen, Verwaltung und Logistik, das geschäftliche Umfeld, das dem Unternehmen – unterstützt durch stabile Rohstoffmärkte – im vergangenen Geschäftsjahr zu Wachstum verhalf. Besonders in Österreich, Deutschland, Zentral- und Osteuropa war die Nachfrage hoch. In weltweit fast allen Regionen wurden positive Umsatzentwicklungen erzielt und Marktanteile ausgebaut. Trotz der Unsicherheiten in Folge des Brexit-Votums verlief die Gesamtentwicklung in den abgelaufenen zwölf Monaten in Großbritannien positiv. Rückgänge im Umsatz und in den Erträgen sind auf die Abwertung des britischen Pfunds zurückzuführen. In der Türkei führte die angespannte politische und wirtschaftliche Lage zu leichten Rückgängen im lokalen Vertrieb von Kanten, welcher jedoch großteils durch Export kompensiert wurde.

Investitionen: 260 Mio. Euro im letzten Jahr

Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte sowie Akquisitionen betrugen im Geschäftsjahr 2016/217 259,2 Mio. Euro (Vorjahr: 302,7 Mio. Euro). Davon entfielen 64,3 Mio. Euro auf Erhaltungsinvestitionen, 194,9 Mio. Euro auf Wachstumsinvestitionen. Ein großer Teil hiervon floss in die Fertigstellung der MDF/HDF-Produktionsanlage samt zusätzlichen Beschichtungsanlagen sowie einer Fußbodenproduktion am Standort Gagarin (RU). Weitere wesentliche Teile sind den beiden Werken in Frankreich zuzurechnen, wo die Energieversorgung erneuert bzw. Investitionen in den Bereichen Instandhaltung und Logistik getätigt wurden. Zentrale Wachstumsinvestitionen erfolgten zudem in mehreren Werken in Deutschland, Österreich und Großbritannien.

 

Am 17. Juli 2017 gab Egger bekannt, das Werk Concordia, Argentinien, von der chilenischen Masisa S.A. zu übernehmen.

Erstes außereuropäisches Werk in Argentinien

Mit der Übernahme des Werks Concordia von der chilenischen Masisa S.A. Wird Egger erstmals mit einem Produktionsstandort außerhalb Europas vertreten sein. Das Werk verfügt über Anlagen zur Produktion und Beschichtung von Spanplatten und MDF-Platten. Die Produktionskapazitäten lagen 2016 bei: 165.000 cbm Spanplatten, 280.000 cbm MDF-Platten, 274.000 cbm Beschichtung. Neben dem Werk und seinem Vertrieb betreibt Egger zukünftig auch das unter Masisa Placacentro auftretende Handelsnetzwerk in Argentinien, welches von 42 Partnern selbstständig geführt wird. Egger übernimmt die rund 500 Mitarbeiter von Masisa in Argentinien zum Closing-Zeitpunkt und bietet ihnen damit eine klare Zukunftsperspektive.

Das neue Egger-Werk im polnischen Biskupiec wird über Anlagen auf dem modernsten Stand der Technik, eine Rohspankapazität von 650.000 cbm, Beschichtungsanlagen sowie Imprägnieranlagen verfügen. Fotos: Egger

Baustart für Spanplattenwerk in Polen

Der bereits angekündigte Neubau eines Spanplattenwerks in der nord-polnischen Stadt Biskupiec, in der Region Ermland-Masuren, geht in die Realisierung. Mit den Bauarbeiten wird in den nächsten Wochen gestartet, sobald alle notwendigen behördlichen Genehmigungen vorliegen. Das neue Holzwerkstoffwerk wird auf dem modernsten Stand der Technik sein und über eine Rohspankapazität von 650.000 cbm, Beschichtungs- sowie Imprägnieranlagen verfügen.

„Wir hoffen auf eine reibungslose Bau- und Installationsphase und rechnen mit der Inbetriebnahme der neuen Anlage gegen Ende 2018“, sagt Walter Schiegl, Egger-Gruppenleitung Technik/Produktion. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 250 Mio. Euro. In Biskupiec entstehen mit dem neuen Egger-Werk 400 direkte und rund 600 nachgelagerte Arbeitsplätze.

USA: Greenfield-Projekt in Planung, Verteilerzentrum ab Oktober

In einer noch frühen Planungsphase befindet sich ein weiteres Greenfield-Projekt: Gemeinsam mit dem Gouverneur und den örtlichen Behördenvertretern verkündete Egger vor kurzem, in Lexington, North Carolina, ein Holzwerkstoffwerk errichten zu wollen. Die Projektumsetzung ist in mehreren Phasen geplant, wobei im ersten Schritt ein Spanplattenwerk mit Beschichtungskapazitäten errichtet werden soll. Die Erfüllung sämtlicher vereinbarter Rahmenbedingungen und den Erhalt der entsprechenden Genehmigungen vorausgesetzt, soll mit dem Bau Ende 2018 gestartet werden. Die erste Projektphase umfasst ein Investitionsvolumen von rund 260 Mio. Euro und wird 400 direkte Arbeitsplätze schaffen.
Bereits im Oktober 2017 wird das Verteilerzentrum in der Nähe von Detroit, Michigan, seinen Betrieb aufnehmen und damit Kunden in den USA eine bessere Verfügbarkeit von Egger-Produkten sowie eine höhere Wettbewerbsfähigkeit bieten.

Sehr positiver Ausblick auf 2017/2018

Mit all diesen Großprojekten in Planung und Umsetzung blickt die Egger-Gruppe höchst positiv gestimmt in die Zukunft. Für das im Mai begonnene aktuelle Geschäftsjahr rechnet Egger mit einem weiter anhaltenden Umsatz- und Ergebniswachstum. Grund dafür ist die positive Entwicklung in Europa und Russland. Größere Unsicherheiten können von der weiteren Entwicklung der politischen Spannungen im Ukraine-/Krimkonflikt, in der Türkei und im Nahen Osten, von den Einflüssen des Brexit-Votums sowie von den nicht einschätzbaren Auswirkungen der Terrorgefahr und Migration in Europa ausgehen. Die aktuellen Internationalisierungsschritte außerhalb Europas bedeuten vor diesem Hintergrund auch Marktdiversifikation und damit Zukunftssicherheit für die gesamte Egger-Gruppe und ihre Mitarbeiter. „Gewiss wird die Organisation mit der Integration des argentinischen Werks Concordia sowie mit der Umsetzung der Greenfield-Projekte in Polen und in North Carolina stark gefordert sein, wir übernehmen uns damit aber keineswegs. Wer uns kennt, weiß, dass wir eine konservative Wachstumsstrategie verfolgen. Wir engagieren uns mit Augenmaß und achten darauf, dass jeder Schritt für die Organisation auch verdaubar ist. Gleichzeitig ist es für uns wichtig, durch unsere Expansion eine sichere Zukunftsperspektive für alle Mitarbeiter zu schaffen“, so Leissing.

www.egger.com

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